No. II
Alles Kopfsache
19. März 1993, die beiden Basketballvereine der Washington Bullets und der Chicago Bulls treffen im United Center, Chicago aufeinander. Für die Bulls ein recht beliebiges Spiel der Regular Season gegen heillos unterlegene Bullets, auf dem Weg zu ihrem dritten NBA-Titel in Serie.
Auf Seiten der heimischen Bulls spielt Superstar Michael Jordan; bei den Bullets das unbeschriebene Blatt LaBradford Smith. Der Rookie Smith jedoch bestreitet das Spiel seines Lebens und wirft 37 Punkte. Die Bulls siegen zwar letztlich, Michael Jordan aber wirft deutlich weniger Punkte.
Auf dem Weg aus der Arena treffen sich die beiden kurz und Smith ruft Jordan süffisant hinterher:
“Nice game, Mike!”
Der überehrgeizige Jordan kann dies nicht auf sich sitzen lassen und schon am nächsten Tag steht das Rückspiel in Washington an. Er kündigt seinen Teamkameraden an, er werde in einer Halbzeit genauso viele Punkte werfen, wie LaBradford im gesamten Spiel.
Das Match beginnt, es läuft alles über Jordan, er wirft einen Korb nach dem anderen und Smith als sein Guard sieht kein Land. Nach der Hälfte der Zeit, hat Jordan 36 Punkte gesammelt und Smith vor 20 000 Zuschauer:innen bis auf die Knochen blamiert.
Fast Forward mehrere Jahre später: Jordan wird von einem Journalisten nach diesem Vorfall gefragt und lachend gibt dieser zu, er habe das “Nice game, Mike!” nur erfunden um sich selbst zur Höchstleistung zu pushen.
Im Basketball wie auch im Dart ist alles eine Frage der psychischen Einstellung. “Alles Kopfsache!”, wie die großen Trainer der Vergangenheit dazu sagten. Und wenn wir uns die Sieger:innen unserer letzten drei Turniere ansehen, finden wir auch beim DKNN Anzeichen dafür, dass in dieser These ein Fünkchen Wahrheit steckt:
Zunächst Marco, der bis Turnier No. XIV der Spieler mit den meisten Turnierauftritten und Finalteilnahmen war, ohne jemals zu gewinnen und auf dieser langen Durststrecke den nötigen Ehrgeiz für den Sieg entwickelt hat.
Dann Gigi, die trotz Online-Turnier No. XV die einmalige Chance sah ihren Ehemann, ihr Kind und ihre beiden Nachbarn im eigenen Haus versammelt zu deklassieren und ihre vorherschende Stellung in dieser Reihenhaussiedlung auf Jahre hinaus zu zementieren.
Und zuletzt Flo, der diesen beiden Vorgänger:innen in zwei Finals nicht geistig gefestigt genug entgegentrat und so zweimal in Folge denkbar knapp vor dem Erreichen der Wanderfaust scheiterte. Nach diesen zwei herben Niederlagen war er in Turnier No. XVI aber auf der Höhe, mit eben dem Wissen, es ist alles nur Kopfsache!