Annie`s Room
noun
/'æ,ni:z'ru:m/

The section that counts as a single on the no.1 of the dartboard. 

Von Anna Zorn
No. IX Löcher in der Wand

Ein jeder Umzug birgt auch eine gewisse Prise Melancholie. Das letzte Mal beim Lieblingsinder um die Ecke das perfekt geschärfte Curry essen, das letzte Mal den vollgestopften, aber doch irgendwie liebgewonnen, Bus nach Hause nehmen und natürlich ein letztes Mal Bierchen trinken und Pfeile werfen in der Eckkneipe gegenüber, du weißt schon, die, in der der Dartautomat immer Mucken macht.

Der Tag des Auszugs rückt immer näher, man packt seine sieben Sachen in definitiv mehr als sieben Umzugskartons und macht die Wohnung für die Übergabe schick. 

Bei genauerem Hinsehen erblickt man an den Wänden an den unterschiedlichsten Stellen - aber meist in ungefährer Kopfhöhe - und in kreisrunder Formation, unzählige kleine Löcher, als hätten Horden von Ameisen über die Jahre die Tapeten angeknabbert. 
Aber nein, man hatte kein Insektenproblem in der Wohnung - auch wenn dies in diesem schäbigen Altbau keine Überraschung gewesen wäre - sondern ein Zielproblem. Die Löcher stammen selbstverständlich von den vielen langen Nächten an der Dartscheibe und den vielen (weit) verfehlten Pfeilen.

An manche kann man sich noch ganz genau erinnern:
Dart-Turnier No. IV - Halbfinale. Eine Doppel-16 wäre für den Sieg notwendig gewesen, doch der Pfeil rutscht aus und landet links unten in der Küchenwand.
Oder, Dart-Turnier No. XVII, stechen im Online-Turnier um den Einzug in die Endrunde. Jeder Pfeil zählt und einer davon steckt in der Wohnzimmerwand. Tough luck.

Eine Wall of Shame sozusagen. Schnell also notdürftig drüberstreichen, um diese herben Niederlagen vergessen zu machen. In der neuen Wohnung nimmt man sich fest vor, wird es keine Löcher in der Wand mehr geben. Ein jeder Pfeil ein Treffer!
No. VIII Olympiamüde

Derzeit findet gerade mit Olympia das größte Sportereignis der Welt statt und irgendwie interessiert es mich nicht. Nur mit Schulterzucken nehme ich zur Kenntnis, dass Timo Boll in seiner sechsten Teilnahme wieder keine Medaille im Tischtennis-Einzel gewinnen konnte, die Lokalmatadorin und Topfavoriten Naomi Osaka ebenfalls früh aus dem olympischen Tennisturnier ausschied, oder dass ein italienischer (!) Sprinter die 100-Meter der Herren für sich entschied. 32 Goldmedaillen für China, 1 für Hongkong und 2 für Chinesisch Taipeh? Geschenkt!

Woran mag das liegen? Früher bin ich doch auch stundenlang vor dem Fernseher gesessen um mir diese einzigartigen Wettkämpfe anzusehen, egal ob tief in der Nacht wie 1996 Atlanta oder früh am morgen wie 2000 Sydney. Natürlich, das IOC, genauso wie die FIFA und andere große Sportverbände, ist durch und durch korrupt, der Kampf gegen das Doping oftmals nur eine Farce - looking at you Russian Olympic Committee - und die Durchführung dieser Spiele der Völkerverständigung und Randsportarten ausgerechnet während einer globalen Pandemie aufrechtzuerhalten ist, gelinde gesagt, nicht unbedingt die klügste Idee - von den fehlenden Zuschauer:innen vor Ort ganz abgesehen. 

Doch den eigentlichen Grund sehe ich glaube ganz woanders und er ist simpel: die Abwesenheit meines Lieblingssports Dart!

Da Harry Beam, Chef der Professional Darts Corporation (PDC), jedoch davon spricht das er dem IOC antworten würde: “Fuck off!”* sollten diese dem Dartsport eine Olympiateilnahme in Aussicht stellen und der deutsche Vorstand der PDC Europe Werner von Moltke jun., Olympia als “Verbrechen am Athleten”* bezeichnet, scheint wohl jegliche Hoffnung auf die Erfüllung meines Traumes erstmal begraben. 

Es bleibt mir also nur, mich weiterhin auf die wirklichen wichtigen Sportereignisse der Welt zu konzentrieren -  die Turniere des Dart-Klub Neukölln-Nord.


*https://www.sport1.de/news/darts-sport/2019/12/darts-werner-von-moltke-und-barry-hearn-sprechen-sich-gegen-olympia-aufnahme-aus

 
No. VII Der Dachbodenfund

Wer kennt das nicht, man besucht Eltern oder Großeltern und wühlt sich durch den ehemals heimischen Dachboden in der Hoffnung verlorene Kindheitserinnerungen wiederzufinden oder doch zumindest ein aus der Zeit gefallenes Möbelstück, welches sich perfekt in die frisch-bezogene shabby-chic Wohnung im Neuköllner-Norden umquartieren ließe.
Alles was man findet, ist aber der alte Christbaumständer und das schon vor 20 Jahren ungeliebte Geschenk, das damals unterm Baum lag. Und dann plötzlich blitzt doch ein Karton in der Ecke auf, mit dem vielversprechenden Wort “Dartzubehör” darauf stehen. Die Freude ist groß, denn tatsächlich befindet sich eine Dartscheibe in Originalverpackung darin! 

“Dartspiel 200 - Superstark für Sport und Fitness” nennt sich das gute Ding. Schnell reißt man den Karton auf, die Scheibe hat ungewohnt knallig pink-graues Design; sogar zwei Sätze neue Pfeile sind mit dabei - Steeltip mit Plastik-Flights, aber immerhin. Nun muss nur noch ein Platz im alten Kinderzimmer, mittlerweile Gästezimmer, gefunden werden, oder doch lieber draußen im Garten, denn die schön verputzten Wände sollen nicht kaputt gehen, sagt Vater - shabby-chic gibt es hier nämlich nicht.

Noch während man die Aufhängung befestigt, träumt man schon davon, dass die sonst oftmals gemächliche Langweile der Heimatbesuche und Familienfeiern in Zukunft durch spannende familieninterne Dartpartien ersetzt werden könnten, und man könnte doch auch mal die alten Jugendfreunde- und freundinnnen auf ein Match + Bier einladen. Mit dem Meterstab - ein Werbegeschenk aus Mutters alter Firma - werden 2,37m abgemessen und ein Bierdeckel der örtlichen Brauerei als Maß auf dem Boden abgelegt. Freudig setzt man an zum ersten Wurf und dann, die Enttäuschung ist groß: der Pfeil fliegt unkontrolliert und in Spiralen nur ungefähr in Richtung Ziel, bleibt kurz stecken und fällt schnell wieder zu Boden. Zwei Würfe folgen. Dasselbe Spiel noch mal. Man hebt die Pfeile auf und probiert es noch einmal und noch einmal. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Was soll uns das nun sagen? 

Der DKNN hinterlässt seine Spuren und eben auch Kollateralschäden. Die alte No-Name Dartscheibe hält nicht den gestiegenen Bedürfnissen nach 2 ½ Jahren Dart-Klub-Zugehörigkeit stand. Dart ist für uns kein Kinderspielzeug mehr. Sondern ernsthafter Sport. So weit sind wir schon gekommen.
Und vor allem: Zu Weihnachten gibt es eine WINMAU BLADE 5 für Mutti.
 

No. VI Notizen zur Berlinale 2021


Corona-bedingt fand die Berlinale in diesem Jahr zweigeteilt statt, zunächst ein im März über die heimischen-Bildschirm-filmmerndes Online-Event nur für Presse und Filmindustrie, sowie ein derzeit real im Kino stattfindendes Publikumsevent. Meine Vereinskolleg:innen und ich vermissten während der virtuellen Berlinale vor allem die langen Nächte in den wenig verbliebenen Dartkneipen um den Potsdamer Platz, in denen sich sonst Stars und Sternchen die Klinke und die Dartpfeile in die Hand geben und hoffen dies in den nächsten Tagen endlich nachzuholen. (Siehe den Kneipentipp zum Stresemann-Stübchen)

Zwar gab es in den letzten Wochen und Jahren ausreichend Kritik an Form und Inhalt der Berlinale, nichtsdestotrotz gab es auch in diesem Jahr einiges zu entdecken, denn ganz offensichtlich sind den deutschen Filmemacher:innen auch die Aktivitäten des DKNN ins Auge gestochen und haben diese in ihre künstlerischen Prozesse einfließen lassen. Gleich mehrere Filme nehmen nämlich unmissverständlich Bezug auf Ereignisse die sich im Umfeld des Klubs in den letzten beiden Jahren abgespielt haben.

Während sich Regieveteran Dominik Graf in seiner Verfilmung von Erich Kästners Roman Fabian den “Auswüchsen des deutschen Vereinslebens”* widmet, spitzt sich in Good Bye Lenin-Star Daniel Brühls Regiedebüt Nebenan der lange schwelende Konflikt zwischen Gentrifizierungsgewinnern- und verlieren beim Dartspiel in einer alteingesessenen Eckkneipe in Berlin-Prenzlauer Berg zu. Zuviel sei an dieser Stelle von diesen beiden Wettbewerbsfilmen nicht verraten; nicht nur die diesjährig strengen Presseauflagen verbieten es, auch wünschen wir den Filmen ein möglichst großes Publikum im echten Kino.

Die eindeutigste Referenz aber erweist der Film Jesus Egon Christ in der Nebenreihe Perspektive Deutsches Kino. Leicht lässt sich hier eine Groteske um die Ereignisse von Dart-Turnier No. I und der Gründungsnacht des Vereins herauslesen. Mehrere Charaktere in diesem intimen Drama um eine Gruppe Heroinabhängiger auf gemeinsamer Entwöhnung in einer evangelikalen Entzugsanstalt stellen Abziehbilder von bekannten DKNN-Gründungsmitgliedern dar. Ob das nun der lange dünne Schachmeister Ben, der harte Möchtegern-Gangster mit Migrationshintergrund Angelo (hier wurde sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Namen zu ändern), oder die blonde Schönheit Roxi ist, die Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen. Im Freizeitraum ihrer Einrichtung zentral platziert, natürlich, eine Dartscheibe. Während der filmische Höhepunkt darin inszeniert wird, dass Angelo im Delirium gekonnt zwei Dartpfeile rücklings auf die Scheibe wirft, wird die Zuspitzung des realen Gründungsturniers gleich an den Beginn des Films versetzt: Das Kahlrasieren des Kopfes von Sam, bzw. seinem cineastischen Alter Ego Egon. Der Friseur in den jeweiligen Fällen unser Vorstandsvorsitzender Flo, der den Verein in die Spur bringen sollte bzw. seine filmische Entsprechung im Priester der seine verlorenen Schäfchen auf den rechten Weg zurückführen möchte.

Wenn sich die deutschen Filmemacher und Filmemacherinnen auch weiterhin so ausgiebig beim DKNN als Inspirationsquelle bedienen, haben wir keinerlei Bedenken, dass auch die Filmkunst im Allgemeinen und die Berlinale im Speziellen bald auf eben diesen Weg zurückfinden werden. (Spendenzahlungen und Credits nimmt der Klub hierfür gerne entgegen)

*Dannenberg,Thekla. Außer Atem: Das Berlinale Blog
https://www.perlentaucher.de/berlinale-blog/2021/03/03/berlinale-2021-zwischenbilanz.html



 
No. V 
Die Super-League ist tot, es lebe die Super-League? 

Heute wurde der FC Bayern München zum neunten Mal in Serie Deutscher Fußball-Meister. In der Bundesliga herrscht seit nun fast einer ganzen Dekade gähnende Langeweile was den Titelkampf angeht. Auch die immer wieder aufkommende Idee einer europäischen Super-League in der sich nur die reichsten und erfolgreichsten Vereine messen, und damit gleichbedeutend der Abzug des Rekordmeisters aus der Bundesliga, scheint nicht die Lösung dieses Problems zu bringen. Zunächst haben sich die Bayern diesem Projekt bislang stetig verwehrt und außerdem wurde der erste Vorstoß zur Realisierung einer solch exklusiven Liga gerade erst unter heftigem Protest wieder abgeblasen.
Doch könnte das Prinzip Super-League eine Lösung für den Dart-Klub Neukölln-Nord darstellen? Denn auch in den Turnieren des DKNN hat sich eine heftige Ungleichheit herausgebildet. Der neue Rekord-Champion heißt nämlich seit seiner erfolgreichen Titelverteidigung in Turnier No. XVIII Magnus. In seinen insgesamt sieben Teilnahmen stand er fünfmal im Finale und konnte dabei viermal die Wanderfaust erringen. Seine Gegner:innen deklassierte er teilweise mit einem Punkteunterschied von über 200. Alle seine Partien werden mittlerweile mit großem Missmut von den eigentlich neutralen Zuschauer:innen begleitet und Spieler:innen die gegen Magnus gelost werden, drohen mit formalem Protest und Streik. Wie also damit umgehen?
Der Dartsport bietet etliche Stellschrauben um eine solche Ungleichheit abzufedern; sei es die Erhöhung der Startpunktzahl von 301 auf 501, die Einführung eines Double-In und/oder Double-Outs oder das Auf-den-Rücken-Bindens der Wurfhand. Die Einführung einer eigenen Super-League nur für Magnus sollte da also wirklich erst die allerletzte Option darstellen. Und vor allem sollten sich die weiteren Mitglieder des DKNN vielleicht auch an die eigene Nase fassen und diese Dominanz als Ansporn zur eigenen Höchstleistung sehen um Magnus wieder fair und ohne Tricks an der Dartscheibe zu besiegen.


 
No. IV
Schach verhält sich zu Boxen wie Dart zu ...?


Als Fernsehzuschauerin, die mit Wintersport eigentlich wenig anfangen kann, oute ich mich hier als Biathlon-Fan. Kaum ein anderer Wintersport schafft es, einen ähnlichen Spannungsbogen aufzubauen. Ausdauersport gepaart mit der Fähigkeit, auf den Punkt zu fokussieren, zu atmen und ins Schwarze zu treffen. Eine etwas weniger bekannte Kombination zweier entgegengesetzter Sportarten ist das Schachboxen.

Einer dreiminütigen Runde im Boxkampf folgen drei Minuten am Schachbrett, danach wird wieder geboxt usw. Wer zuerst KO oder Schachmatt ist, verliert den Kampf. Erfunden wurde Schachboxen vom niederländischen Aktionskünstlers Iepe Rubingh, der erst vergangenes Jahr im Alter von nur 45 Jahren verstarb. Ich hatte vor kurzem das Privileg, sein ehemaliges Büro in Berlin Mitte besuchen zu dürfen und kam dabei ins Grübeln: wenn Schach das Komplementär zu Boxen ist, dann ist Dart logischerweise das Komplementär zu ... ?


 
No. III
Replik auf “Ruhige Kugel”


Im aktuellen Magazin der Süddeutschen Zeitung schreibt ein gewisser Max Scharnigg über unser aller liebste Freizeitbeschäftigung. Konkret nennt er zwar Boules und Eisstockschießen als Beispiel, doch könnte er genauso gut vom gemeinsamen Darten sprechen:

"Ein Vorwand also, um bei schönem Wetter zum Plaudern und erweiterten Nichtstun zusammenzukommen und gemeinsam die Zeit zu vergessen, trotz Uhr am Arm."

So weit so korrekt; auch der DKNN wurde unter diesem Vorwand und mit dem ausdrücklichen Ziel der inkludierenden Geselligkeit gegründet.
Im zweiten Absatz seiner Kolumne schießt der offensichtlich sport-unerfahrene (oder vielleicht auch nur notorisch erfolglose?) Scharnigg aber über das Ziel hinaus wenn er schreibt:

"Nur komisch, dass es (...)  immer mindestens einen in der Runde gibt, (...) der auf die überkorrekte Abwicklung pocht, sein Spielgerät zu Hause optimiert hat, die Punkte noch mal nachzählen oder einen Verein gründen möchte."

Erst in der fairen und korrekten Ausführung des jeweiligen Sports entsteht nämlich der notwendige Team- und Wettbewerbsgeist um tatsächlich Sieg und Niederlage emotional aufzuladen und auszukosten. Erst in einer (wenn auch losen) Vereinsstruktur können Anfänger:innen behutsam herangeführt werden, sodass alle Beteiligten gleichermaßen Vergnügen daran finden können.

"Man bringt sich vor lauter Hingabe selbst um den Genuss.", schließt Scharnigg seine Anmerkungen. 
Nur zu gerne würden wir Herrn Scharnigg zu unserem nächsten Turnier einladen um sich ein Bild davon machen zu können, dass sich Hingabe und Genuss in keinster Weise ausschließen - ganz im Gegenteil!

 
No. II
Alles Kopfsache


19. März 1993, die beiden Basketballvereine der Washington Bullets und der Chicago Bulls treffen im United Center, Chicago aufeinander. Für die Bulls ein recht beliebiges Spiel der Regular Season gegen heillos unterlegene Bullets, auf dem Weg zu ihrem dritten NBA-Titel in Serie.
Auf Seiten der heimischen Bulls spielt Superstar Michael Jordan; bei den Bullets das unbeschriebene Blatt LaBradford Smith. Der Rookie Smith jedoch bestreitet das Spiel seines Lebens und wirft 37 Punkte. Die Bulls siegen zwar letztlich, Michael Jordan aber wirft deutlich weniger Punkte.
Auf dem Weg aus der Arena treffen sich die beiden kurz und Smith ruft Jordan süffisant hinterher:

“Nice game, Mike!” 

Der überehrgeizige Jordan kann dies nicht auf sich sitzen lassen und schon am nächsten Tag steht das Rückspiel in Washington an. Er kündigt seinen Teamkameraden an, er werde in einer Halbzeit genauso viele Punkte werfen, wie LaBradford im gesamten Spiel.
Das Match beginnt, es läuft alles über Jordan, er wirft einen Korb nach dem anderen und Smith als sein Guard sieht kein Land. Nach der Hälfte der Zeit, hat Jordan 36 Punkte gesammelt und Smith vor 20 000 Zuschauer:innen bis auf die Knochen blamiert.
Fast Forward mehrere Jahre später: Jordan wird von einem Journalisten nach diesem Vorfall gefragt und lachend gibt dieser zu, er habe das “Nice game, Mike!” nur erfunden um sich selbst zur Höchstleistung zu pushen.

Im Basketball wie auch im Dart ist alles eine Frage der psychischen Einstellung. “Alles Kopfsache!”, wie die großen Trainer der Vergangenheit dazu sagten. Und wenn wir uns die Sieger:innen unserer letzten drei Turniere ansehen, finden wir auch beim DKNN Anzeichen dafür, dass in dieser These ein Fünkchen Wahrheit steckt:
Zunächst Marco, der bis Turnier No. XIV der Spieler mit den meisten Turnierauftritten und Finalteilnahmen war, ohne jemals zu gewinnen und auf dieser langen Durststrecke den nötigen Ehrgeiz für den Sieg entwickelt hat.
Dann Gigi, die trotz Online-Turnier No. XV die einmalige Chance sah ihren Ehemann, ihr Kind und ihre beiden Nachbarn im eigenen Haus versammelt zu deklassieren und ihre vorherschende Stellung in dieser Reihenhaussiedlung auf Jahre hinaus zu zementieren.
Und zuletzt Flo, der diesen beiden Vorgänger:innen in zwei Finals nicht geistig gefestigt genug entgegentrat und so zweimal in Folge denkbar knapp vor dem Erreichen der Wanderfaust scheiterte. Nach diesen zwei herben Niederlagen war er in Turnier No. XVI aber auf der Höhe, mit eben dem Wissen, es ist alles nur Kopfsache!



 
No. I
Über das oben Bleiben


Der Weg bis ganz nach oben ist steinig und schwer. Das wissen wir irgendwie alle - spätestens seit Deutschlands Sommermärchen samt musikalischer Begleitung. Doch wie geht es eigentlich weiter, hat man die Mühen einmal auf sich genommen und ist schlussendlich dort angekommen, wo man ursprünglich hinwollte? Wird es dann leichter? Gar sandiger? Wenn man selbst noch nie ganz oben war, dann hat man Probleme, einen guten Eindruck davon zu bekommen, was einen erwartet. Der Sportfilm oder die Sportdokumentation bieten zum Beispiel keine große Hilfe. Diese interessieren sich in der Regel für den Aufstieg an die Spitze und ignorieren das Thema des oben Bleibens. Unter dramaturgischen Gesichtspunkten erscheint dies sicherlich gerechtfertigt. Doch ist man auf der Suche nach Inspiration oder gar einer Anleitung, wie man nun denn oben bleibt, so scheint man gänzlich auf sich allein gestellt zu sein.


 
Dart-Klub Neukölln-Nord